Typografie ist die Gestaltung von Schrift – die Wahl der Schriften, Größen, Abstände und Hierarchien. Auf einer Website entscheidet sie mit, ob Texte gelesen werden, ob Inhalte erfassbar sind und ob die Seite professionell wirkt. Schlechte Typografie stört; gute Typografie fällt nicht auf, sie funktioniert einfach.
Fürs Web gelten eigene Regeln: Schriften müssen auf verschiedenen Geräten und Auflösungen lesbar sein. Zu kleine Schriftgrößen schrecken ab; zu große wirken auf dem Desktop oft unpassend. Zeilenlänge und Zeilenabstand beeinflussen die Lesbarkeit – zu lange Zeilen ermüden, zu enge Abstände wirken gedrängt. Eine klare Hierarchie aus Überschriften, Untertiteln und Fließtext hilft Nutzern, sich zu orientieren und zu scannen.
Die Wahl der Schriftfamilie prägt den Charakter der Seite: Serifenschriften wirken oft klassisch oder seriös, serifenlose modern und sachlich. Für Fließtext werden meist gut lesbare Screen-Schriften gewählt; für Headlines kann man experimentieren. Wichtig ist, nicht zu viele Schriften zu mischen – ein bis zwei Familien, mit Varianten (z. B. fett, kursiv), reichen meist. Webfonts werden über Dienste wie Google Fonts oder selbst gehostet geladen.
Typografie ist Teil des Corporate Design und des Styleguides. Einheitliche Schriftgrößen, Abstände und Kontraste sorgen dafür, dass die gesamte Website stimmig wirkt. Barrierefreiheit spielt mit: Ausreichender Kontrast zwischen Text und Hintergrund, skalierbare Schrift und lesbare Zeilenlänge kommen allen zugute.
Wer Typografie bewusst einsetzt, macht aus Text mehr als Worte – er macht ihn zugänglich, erfassbar und Teil eines kohärenten Erlebnisses.

