Warum ein Relaunch – und wann?
Ein Relaunch ist sinnvoll, wenn die bestehende Website veraltet ist, nicht mehr zu Marke und Angebot passt, technisch oder sicherheitstechnisch Probleme macht oder die gesteckten Ziele – z. B. Leads, Conversion, Informationsvermittlung – nicht erfüllt. Bevor du startest, solltest du die Ziele klar definieren: Was soll die neue Website können? Wen willst du erreichen? Welche Kennzahlen sind wichtig? Ohne diese Klarheit drohen Scope-Creep, endlose Diskussionen und ein Ergebnis, das niemanden wirklich zufriedenstellt.
Das Briefing ist der Dreh- und Angelpunkt. Es dokumentiert Ziele, Zielgruppe, gewünschte Funktionen, Design-Vorgaben, Inhalte und technische Anforderungen. Je präziser das Briefing, desto genauer können Agentur oder Team planen und kalkulieren. Unklare oder sich ständig ändernde Anforderungen führen zu Verzögerungen und Mehrkosten. Beteilige alle relevanten internen Stellen früh – Vertrieb, Marketing, Geschäftsführung – und hole dir Feedback, bevor die Umsetzung startet.
Planung und Meilensteine
Ein Relaunch lässt sich in Phasen unterteilen: Konzeption und Struktur, Design, Umsetzung, Content-Migration oder -Erstellung, Testing, Go-live. Realistische Zeitpläne und Puffer für Feedback-Schleifen verhindern Hektik. Besonders die Content-Seite wird oft unterschätzt – Texte, Bilder und Strukturen müssen rechtzeitig vorliegen oder parallel erarbeitet werden. Ein Projektverantwortlicher auf deiner Seite, der Entscheidungen bündelt und Freigaben koordiniert, beschleunigt den Prozess.
Technik, Migration und SEO
Technische Grundlagen müssen stimmen: saubere URL-Struktur, Weiterleitungen von alten zu neuen URLs (301), Erhalt von Rankings durch konsistente Inhalte und Meta-Daten. Eine fehlerhafte Migration kann Suchmaschinen-Rankings und Traffic einbrechen lassen. Deshalb: Redirect-Matrix planen, Sitemap aktualisieren, nach dem Launch Monitoring einrichten. Performance und Barrierefreiheit von Anfang an mitdenken – nachträglich nachzubessern ist teurer.
Erstelle eine vollständige Liste aller alten URLs und ordne sie den neuen zu. Auch Unterseiten, die nicht mehr existieren, sollten auf passende neue Seiten oder die Startseite weiterleiten – 404-Fehler frustrieren Nutzer und können Rankings kosten. Prüfe nach dem Launch mit Tools wie Search Console, ob Crawler die neuen Seiten erfassen und ob Fehler gemeldet werden. So behältst du die Kontrolle über die Migration.
Launch und danach
Der Go-live sollte geplant und ruhig ablaufen: finale Tests, Backup der alten Seite, schrittweise Freischaltung oder Big-Bang je nach Projekt. Direkt nach dem Launch: Funktionsprüfung, Check der wichtigsten Seiten und Formulare, Beobachtung von Fehlern und Nutzerfeedback. Ein Relaunch ist nie „fertig“ – die ersten Wochen dienen der Stabilisierung und Fehlerbehebung. Danach folgt die kontinuierliche Weiterentwicklung auf Basis von Daten und Nutzerverhalten.
Vereinbare mit deiner Agentur oder deinem Team eine Phase der Nachbetreuung: Fehlerbehebung, kleine Anpassungen und Monitoring der Kennzahlen. So kannst du schnell reagieren, wenn etwas nicht wie geplant funktioniert. Langfristig lohnt es sich, die Website als lebendes Projekt zu begreifen: neue Inhalte, Optimierungen und Erweiterungen auf Basis von Nutzerverhalten und Geschäftszielen. So bleibt die Website aktuell und leistungsfähig.
Typische Fehler beim Relaunch vermeiden
Häufige Fallstricke: zu spät mit der Content-Planung starten, unklare Verantwortlichkeiten, ständig neue Wünsche ohne Priorisierung. Ein klares Briefing und ein fester Scope mit definierten Phasen schützen davor. Auch: die alte Seite zu früh abschalten, bevor alle Redirects und Tests abgeschlossen sind. Nimm dir Zeit für den Launch – Hektik führt zu Fehlern, die Nutzer und Suchmaschinen negativ beeinflussen.
Zusammenfassung: Klare Ziele und ein gutes Briefing legen den Grundstein. Realistische Planung, frühzeitige Content-Planung und saubere technische Migration schützen vor bösen Überraschungen. Mit durchdachtem Launch und Nachbetreuung wird der Relaunch zum Erfolg.

